Parodontologie und Periimplantologie

Vorbeugung und Behandlung von Zahnfleisch- und Parodontalerkrankungen – mit modernen Methoden.

Was ist Parodontologie?

Die Parodontologie ist der Teilbereich der Zahnmedizin, der sich mit der Gesundheit und den Erkrankungen des Zahnhalteapparates befasst, also des Gewebes, das die Zähne stützt. Zu diesem Gewebe gehören das Zahnfleisch (Gingiva), der Alveolarknochen, das Parodontalligament und der Zahnzement, der die Zahnwurzel bedeckt. In unserer Praxis spielen die parodontale Diagnostik und Therapie eine zentrale Rolle, da der Zustand des Zahnhalteapparates die langfristige Stabilität sowohl der natürlichen Zähne als auch der Implantate maßgeblich bestimmt.

Warum ist Parodontologie wichtig?

Eine gesunde Zahnfleischtasche ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für dauerhaften Zahnersatz. In unserer Klinik führen wir alle prothetischen Eingriffe erst nach sorgfältiger Vorbereitung und Erreichen optimaler Mundhygiene durch. Wir fertigen keine endgültigen Prothesen an, bevor die Langzeitprognose für alle betroffenen Zähne oder Implantate feststeht – so beugen wir der späteren Entwicklung einer Parodontitis (Zahnfleischerkrankung) oder einer Entzündung um das Implantat (Periimplantitis) vor.

Unbehandelte Parodontitis ist die häufigste Ursache für Zahnverlust bei Erwachsenen, und chronische Entzündungen im Mundraum werden mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes in Verbindung gebracht. Deshalb schützt die Parodontitis-Vorsorge und -Behandlung nicht nur Ihr Lächeln, sondern auch Ihre allgemeine Gesundheit.

Symptome und Diagnose der Parodontitis

Wann sollten Sie uns kontaktieren?

Eine präzise Diagnose ist die Grundlage für eine erfolgreiche Parodontitisbehandlung. In unserer Praxis wird die Untersuchung von einer Dentalhygienikerin durchgeführt, die den Parodontalstatus detailliert erfasst. Dabei werden folgende Parameter dokumentiert:

  • Messung der Taschentiefe – Wir verwenden eine Parodontalsonde, um die Tiefe der Zahnfleischtasche zwischen Zahnfleisch und Zahn zu untersuchen, die entweder aus Weichgewebe oder aus Knochen (Knochenkrater) entstanden sein kann.
  • Beurteilung der Zahnbeweglichkeit – Wir beurteilen die Beweglichkeit der Zähne auf einer dreistufigen Skala: Grad 1 bedeutet 1 mm unidirektionale Bewegung, Grad 2 bedeutet mehr als 1 mm multidirektionale Bewegung, während Grad 3 vertikale Beweglichkeit anzeigt, die ohne Behandlung zum Zahnverlust führt.
  • Gingivalblutungsindex – Das Zahnfleischbluten beim Sondieren wird auf einer dreistufigen Skala erfasst, die den Grad der Entzündung angibt.
  • Parodontale Röntgendiagnostik – Wir beurteilen den Zustand und das Niveau des die Zähne umgebenden Alveolarknochens anhand von Röntgenaufnahmen, die mit einer Paralleltechnik angefertigt werden (Periodontalstatus-Scan).

Optionen der Parodontitisbehandlung

Behandlung von Parodontitis – von der Diagnose bis zur Therapie

Die Parodontitisbehandlung wird stets auf Grundlage einer detaillierten Diagnostik geplant. Parodontitis entwickelt sich typischerweise schleichend: Zunächst tritt sie als Gingivitis auf, die durch bakteriellen Biofilm (Plaque) auf der Zahnoberfläche verursacht wird. Wird die Plaque nicht entfernt, breitet sie sich in die Bereiche unterhalb des Zahnfleischs aus, mineralisiert dort und bildet subgingivalen Zahnstein. Bleibt die Entzündung unbehandelt, greift sie auch auf die tiefer liegenden, zahntragenden Gewebe – den Alveolarknochen – über, was zu irreversiblen Schäden und letztendlich zum Zahnverlust führen kann.

Konservative und zahnerhaltende Parodontalbehandlungen

Zahnerhaltende Parodontaloperationen werden in geschlossene und offene Kürettage unterteilt. Bei der geschlossenen Kürettage wird ein schonenderes chirurgisches Vorgehen gewählt: Der Eingriff beeinträchtigt den ästhetischen Verlauf des Zahnfleischs nicht, erfordert keine Lappenbildung und gilt daher als minimalinvasives Verfahren. Eine offene Kürettage wird durchgeführt, wenn aufgrund von Taschenbildung eine direkte Visualisierung erforderlich ist. In diesem Fall werden vertikale Hilfsschnitte gesetzt, die bis zur mukogingivalen Grenze reichen. Bei komplexen Fällen mit horizontalem Knochenverlust wird ein apikal verschobener Lappen nur bei signifikanter Abweichung und unter Berücksichtigung der ästhetischen Konsequenzen verwendet.

Regenerative Parodontallösungen

Bei fortgeschrittenem horizontalem Knochenabbau öffnen sich die Zahnzwischenräume, was eine erhebliche ästhetische und funktionelle Herausforderung darstellt. In solchen Fällen sind die parodontologischen Behandlungsmöglichkeiten begrenzt: Eine vollständige Knochenregeneration ist oft nicht möglich. Prothetische Lösungen – wie beispielsweise die Anfertigung einer reinigungsfähigen und waschbaren Brücke – gewährleisten in diesen Fällen eine optimale Mundhygiene und langfristige Stabilität des betroffenen Bereichs und streben ein bestmögliches ästhetisches Ergebnis an.

Behandlung vertikaler Knochendefekte und Knochenkrater

Vertikale Knochendefekte, die den Parodontalligament betreffen – ein-, zwei- und dreiwandige Knochentaschen – lassen sich am besten im Rahmen der Parodontalstatusuntersuchung darstellen und diagnostizieren. In unserer Praxis führen wir gemäß den berufsständischen Richtlinien nur die Regeneration vertikaler Knochendefekte mit günstiger Prognose durch: bei dreiwandigen Defekten, wenn die mit einer Sonde gemessene vertikale Tiefe maximal 7 mm beträgt und der Neigungswinkel zwischen 20 und 25 Grad liegt.

Bei unseren parodontalchirurgischen Eingriffen verwenden wir Kollagenmatrix, PRF (plättchenreiches Fibrin) und freie Bindegewebslappen (CTG) zur Weichgeweberegeneration. Im letzteren Fall dient der Gaumen als Spenderbereich. Das Wesentliche der gesteuerten Geweberegeneration (GTR) ist die Verwendung des von uns eingesetzten regenerativen Materials Emdogain (ein Derivat der Schmelzmatrix vom Schwein), das bei eigenen Zähnen den größten Erfolg garantiert. Emdogain enthält Schmelzmatrixproteine (Amelogenine) und wird als „pluripotent" bezeichnet, da es die gleichzeitige Regeneration verschiedener Gewebetypen – Zement, Parodontalfasern und Knochen – in der Parodontalchirurgie (Zahnfleischchirurgie) fördert. Bei größeren Defekten kann dieser Effekt durch die Kombination von Emdogain mit Knochenersatzmaterialien verstärkt werden.

Für den Knochenersatz verwenden wir tierische, absolut prionenfreie, lyophilisierte und gammabestrahlte Xenotransplantate, die als anorganisches Gerüst für das Einwachsen und die Vaskularisierung von Knochengewebe dienen. Bei Bedarf führen wir zur Reparatur größerer Defekte auch eine Blockaugmentation mit autologem Knochen aus dem Kieferknochen durch. Sollte die Verwendung von Eigenknochen aus Angst vor einer Transplantation nicht möglich sein, stehen vorgefertigte Knochenblöcke menschlichen Ursprungs (Knochenalbumin) in verschiedenen Formen zur Verfügung, die eine sichere Alternative zur Blockaugmentation darstellen.

Nach einer Zahnextraktion kann es vorkommen, dass die für eine Sofortimplantation erforderliche Primärstabilität nicht erreicht werden kann – sei es aufgrund einer vorhersehbaren Situation oder eines seltenen, während des Eingriffs auftretenden Fehlers. In solchen Fällen führen wir eine Alveolarkammerhaltung durch: gesteuerte Geweberegeneration (GBR) mit kortikaler Lamina, gegebenenfalls unter Verwendung von Knochenersatzmaterial – je nach individueller Situation.

Zusätzlich verwenden wir je nach Ausmaß des Knochendefekts eine Kollagenmembran, die mit Master Pin®-Nieten fixiert wird, oder, bei größeren Defekten, titanverstärkte, nicht resorbierbare Teflonmembranen (Cytoplast), die mit den Membranschrauben des Profix®-Systems befestigt werden. Unabhängig davon, ob es sich bei dem Knochenblock um autologes oder aus Knochenalbumin hergestelltes Material handelt, wird er mit den Knochenschrauben des Profix®-Systems fixiert. Je nach Fall wird eine glatte Cytoplast-Teflonmembran mit einem Profix®-Zeltnagel entfernt und durch ein Xenotransplantat ersetzt. Diese müssen nach der Knochenregeneration entfernt werden (durchschnittlich nach 4–6 Monaten bei einer einwandigen Knochentasche bzw. nach 8–9 Monaten bei vertikaler Augmentation).

Eine erfolgreiche Regeneration des Knochengewebes ermöglicht die Optimierung der Weichgewebsästhetik. Dabei wird mithilfe des digitalen Lächeldesigns der Zahnfleischzenit präzise definiert, um das ideale Lächeln für den Patienten zu schaffen.

Das Lächeln des Patienten wird maßgeblich durch Verlauf, Form und Ausdehnung der Hartgewebe (d. h. der Knochenstrukturen des Zahnbetts, die den Zahn umgeben) beeinflusst. Deren Atrophie und Resorption korrespondieren stets mit der Kontur des Weichgewebes. Diese Kontur wiederum entspricht dem Verlauf der Interdentalpapillen (des straffen, verhornten Zahnfleischgewebes im Zahnzwischenraum) nach dem Zahndurchbruch.

Wenn wir in der Parodontologie oder Implantologie Papillen erreichen wollen, ist das Vorhandensein von interproximalem Knochen unerlässlich, und diese beiden bestimmen zusammen den Zahnfleischzenit.

Was ist der Gingivazenit?

Der Gingivazenit bezeichnet den apikalsten (wurzelzugewandten) Punkt des Zahnfleischrandes, wenn der Zahn von der vestibulären (wangenseitigen) Seite betrachtet wird. Bei den oberen mittleren Schneidezähnen liegt dieser Punkt üblicherweise etwas distal (weiter von der vertikalen Mittellinie des Zahnes entfernt). Diese subtile Asymmetrie trägt zu einem natürlicheren und harmonischeren Verlauf des Zahnfleischrandes bei. Im natürlichen Gebiss bestimmt die Lage des Zenits die Kontur und Struktur des Zahnfleisches. Bei Implantatversorgungen stellt die Reproduktion oder der Erhalt dieses Punktes eine chirurgische und prothetische Herausforderung dar.

Warum ist es in der Implantologie so wichtig?

In der Implantattherapie, insbesondere im ästhetischen Bereich, wird der Gingivazenit bestimmt durch:

✓ Optische Harmonie zwischen Implantatkronen und angrenzenden natürlichen Zähnen.

✓ Die Symmetrie und das natürliche Aussehen des Lächelns.

✓ Langfristige Gesundheit und Stabilität des periimplantären Weichgewebes.

 

Wichtige klinische Entscheidungen, die die endgültige Position des Zahnfleischzenits beeinflussen:

✓ 3D-Implantatpositionierung: Die bukkolinguale und apikokoronale Platzierung ist entscheidend für das Ergebnis im Weichgewebe.

✓ Weichteilbehandlung: Bindegewebstransplantate, der Erhalt des Alveolarknochens und die Bildung von Lappen sind für die Wiederherstellung der Zahnfleischkontur unerlässlich.

✓ Individuell angefertigte Heilungsabutments und prothetische Emergenzprofile: Diese ermöglichen eine gezielte Formung des Weichgewebes während der temporären Wiederherstellung.

✓ Ladezeitpunkt: Sofortbelastungsprotokolle können, sofern sie richtig indiziert und durchgeführt werden, dazu beitragen, den Zahnfleischzenit zu erhalten.

Periimplantäre Chirurgie – der Schlüssel zum langfristigen Erfolg von Implantaten

Die periimplantäre Chirurgie befasst sich mit dem Erhalt und der Wiederherstellung von Knochen und Weichgewebe um Implantate herum. In unserer Praxis setzen wir auf prothetisch geführte Planung und Implantation, um eine optimale Positionierung des Implantats – sowohl funktionell als auch ästhetisch – zu gewährleisten.

Vor oder nach der Implantation treten häufig Knochen- und Weichgewebedefizite auf, die horizontale oder vertikale Knochendefekte oder unzureichend festes, keratinisiertes Zahnfleisch sein können. Diese Defizite können die Langzeitstabilität und das ästhetische Ergebnis des Implantats erheblich beeinträchtigen.

Die größte berufliche Herausforderung besteht im vollständigen Fehlen von keratinisiertem, straffem Zahnfleisch, wenn Weichgewebe nur auf Schleimhautebene vorhanden ist. Dieser Zustand ist mit einem erhöhten Risiko für Periimplantitis verbunden und kann zu erheblichen ästhetischen und funktionellen Beeinträchtigungen führen. In solchen Fällen werden Weichgewebsaugmentationstechniken – unter Verwendung eines freien Bindegewebslappens (CTG) oder einer Kollagenmatrix – eingesetzt, um ein geeignetes biologisches Milieu um das Implantat zu schaffen.

In welchen Fällen ist eine Knochenaugmentation möglich?

Wir führen eine horizontale oder vertikale Knochenaugmentation nur dann durch, wenn der Eingriff ästhetisch und funktionell vorhersehbare Ergebnisse liefert. Für die Planung verwenden wir die Software Digital Smile Design, Exocad und DTX, die uns dabei helfen zu bestimmen, ob FP1 (festsitzender Zahnersatz 1, im Folgenden FP1 genannt) – bestehend ausschließlich aus einer Zahnkrone –, FP2 (festsitzender Zahnersatz 2, im Folgenden FP2 genannt) oder FP3 (festsitzender Zahnersatz 3, im Folgenden FP3 genannt) die am besten geeignete Lösung im jeweiligen Fall ist. Wenn eine Knochentransplantation nicht zu zufriedenstellenden Ergebnissen führt, unabhängig von den aktuellen Trends in der Branche, empfehlen wir das Verfahren nicht und versuchen auch nicht, den Patienten von einer Behandlung zu überzeugen, die nicht seinen wahren Interessen dient.

Die Kombination aus prothetisch gestützter digitaler Planung und navigierter Chirurgie ermöglicht es uns, den Behandlungsplan individuell auf die Anatomie und die ästhetischen Bedürfnisse des Patienten abzustimmen. Mit entsprechendem Knochen- und Weichgewebemanagement können wir in manchen Fällen, unter Einhaltung der berufsständischen Richtlinien, eine FP-3-zu-FP-2-Lösung (mit mehreren Prothesen) oder eine FP-2-zu-FP-1-Lösung (mit nur einer Zahnkrone) realisieren, die ästhetisch ansprechender ist.

FP2 – rosa Keramiklösung

Ist eine zahnärztliche Versorgung nach FP1-Standard nicht möglich und kann horizontaler oder vertikaler Knochenverlust nicht ausgeglichen werden, kommen alternative Methoden zum Einsatz. Bei mäßigem Knochenverlust und massivem Weichgewebsverlust – oder wenn der Patient aus Zeitgründen, finanziellen Erwägungen oder aufgrund von Angst keine Knochen- und Weichgewebsaugmentation wünscht – stellt die Versorgung nach FP2-Standard die ideale Lösung dar. Hierbei wird rosafarbene Keramik verwendet, die das fehlende Weichgewebe ästhetisch ersetzt und gleichzeitig ein stabiles und dauerhaftes Ergebnis gewährleistet.

FP3 – festsitzende Brückenprothese

Bei einem größeren Knochen- und Weichteildefekt ersetzen wir im Rahmen des festsitzenden Zahnersatzes 3 sowohl den Knochen als auch das Zahnfleisch durch die Zahnprothese (entweder Zirkon- oder Kunststoffprothesen - mit individuell ausgewählten Zähnen aus einem hochwertigen Premium-Set und einer Zahnfleischimitation, zum Beispiel aus Gradia-Material).

Bei Verlust mehrerer oder älterer Zähne ist festsitzender Zahnersatz (FP3) möglicherweise keine praktikable Lösung. In solchen Fällen kann die Doppelscan-Methode der DTX Implant Software (CT mit provisorischer Prothese und separates CT der Prothese) die optimale Lösung sein: eine Deckprothese, die auf einer Mesostruktur – einem Steg oder Retentionselementen (Kugelkopf oder Locator) – befestigt wird. Bei umfangreichem Knochen- und Weichgewebsverlust ist dies die optimale Wahl.

Bei größeren Knochendefekten und erheblichen Weichteildefekten wenden wir je nach klinischem Fall Knochenfrakturen und Knochenverdichtung an, um die Menge und Qualität des Knochenangebots zu erhöhen. In seltenen Extremfällen verwenden wir auch Megagen-Mini-Implantate mit guten Ergebnissen (diese haben einen Durchmesser von 3 bis 3,3 mm).